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Ausstellung

JÖRG IMMENDORFF. SPÄTE BILDER – Ausstellung in Köln

JÖRG IMMENDORFF. SPÄTE BILDER
JÖRG IMMENDORFF – SPÄTE BILDER
Eröffnung: Freitag, 15. Januar 2016, ab 18 Uhr
16. Januar – 19. März 2016

Der Michael Werner Kunsthandel freut sich, die aktuelle Ausstellung mit späten Bildern von Jörg Immendorff (1945 – 2007) anzukündigen. Anlässlich des kürzlich erschienenen Werkverzeichnisses der Gemälde Band III, 1999 – 2007 (herausgegeben von Prof. Dr. Siegried Gohr im Verlag der Buchhandlung Walther König) wird in Köln nun erstmals seit dem Tod des Künstlers der Fokus auf die Bilder der letzten Schaffensphase gerichtet.

Seit Jahren wurde der unvoreingenommene Blick auf die künstlerischen Errungenschaften durch teils emotional geführte Diskussionen um die Authentizität seiner Werke der letzten Lebensjahre überschattet. Nun scheint die Zeit reif zu sein, dem Werk Jörg Immendorffs, der seit den 1960er Jahren die deutsche Nachkriegskunst wie kaum ein anderer Künstler seiner Generation bewegte, neu zu begegnen. Seit der Diagnose ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) im Jahr 1997 war er gezwungen, seine Arbeitsweise grundsätzlich zu überdenken, da ihm klar wurde, dass er sich auf seine Hände beim Malen mittelfristig nicht mehr uneingeschränkt würde verlassen können. Ein großer Stab an Assistenten wurde von ihm ausgebildet, bestimmte Teile der Bildproduktion unter seiner Aufsicht auszuführen. „Das heißt, die einzelnen Stadien der Bildentstehung wurden bestimmten Handwerkern übergeben, die spezialisiert waren auf z.B. Unter- und Hintergründe, auf weiche organhafte Formen in >vertriebener< Malweise, Marmorierungen, >gemalte Rahmen< und flächige Bildsegmente sowie auf die Übertragung von fotografischen Vorlagen in der Malerei.“ (Prof. Dr. Gohr im Vorwort zum Werkverzeichnis) Zeichnung und Motivik lagen soweit möglich weiterhin in der Verantwortung des Künstlers selbst. Der Computer wurde zum wesentlichen Hilfsmittel, um aus kunsthistorischen Quellen und eigenem Bildmaterial neue Kompositionen am Bildschirm zu testen.

Jörg Immendorff hinterließ insbesondere mit seinen späten Bildern ein eindrückliches Erbe, das bisher kaum erforscht ist: Kunsthistorische Vorbilder von beispielsweise Caspar David Friedrich, Hans Baldung Grien oder Leonardo da Vinci treten mit Bildelementen in Dialog, die auf privaten Fotografien oder Dokumentationen der Aktionskunst der 1960er Jahre basieren. Es ist der sehr persönliche Rückblick eines Künstlers, der sich am Ende seines Schaffens ein weiteres Mal neu erfinden musste.

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JÖRG IMMENDORFF – LATE WORKS
Opening. Friday, 15 January 2016, as from 6pm
16 January – 19 March 2016

The Michael Werner Kunsthandel is delighted to announce an exhibition of late works by Jörg Immendorff (1945-2007). This show follows the publication of a new catalogue called „Paintings Volume III, 1999-2007“ ( Prof. Dr. Siegfried Gohr, Verlag Buchhandlung Walther König), and is the first exhibition in Cologne to focus on the late period of the artist’s work since his death.

For many years, any impartial consideration of Immendorff’s artistic achievement was overshadowed by sometimes emotional discussion regarding the authenticity of his work during the final years of his life. The time has now come to re-evaluate this artist whose creative work exerted such a powerful influence on German post-war art as from the 1960’s. Following diagnosis of ALS (amyotrophic lateral sclerosis) in 1997, Immendorff was compelled to radically reconsider the way he worked, as it was clear that in the foreseeable future he would no longer be able to rely on the use of his hands in the painting process. As a result, he trained a whole cohort of assistants to implement specific parts of the production process under his supervision. “This involved delegating individual steps in the artistic realisation to others, who were specialised in working the substrate and background to produce soft organic forms, mottled and marbled textures, refined transitions, painted framing, and the insertion of photographic material” (Prof. Dr. Gohr in the foreword to the catalogue). The design and motifs remained the responsibility of the artist, as far as this was possible. The computer provided a further essential tool that enabled him to try out new compositions based on sources from art history and his own material.

Jörg Immendorff’s later works make an impressive contribution to his legacy, which has hardly been researched to date. Caspar David Friedrich, Hans Baldung Grien and Leonardo da Vinci provide models from art history, which the artist incorporated into a dialogue with his own material from personal photographs and documentation relating to the performance art movement in the 1960s. They represent a very personal retrospective created out of need at the end of the artist’s life.

Bildnachweis Abbildung: © The Estate of Jörg Immendorff, Courtesy Galerie Michael Werner Märkisch Wilmersdorf, Köln & New York

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