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Ausstellung im Marburger Kunstverein vom 23.09. - 10.11.2011
Vom 23. September bis 10. November 2011 herrscht Totenkopf-Konjunktur im Marburger Kunstverein: 17 Künstlerinnen und Künstler ergründen in der Ausstellung „Hamlet Syndrom: Schädelstätten“ die vielfältigen Möglichkeiten, die eine über die Jahrhunderte ausdifferenzierte Totenkopf-Ikonografie für zeitgemäße Bildaussagen bereithält.
In der international besetzten Werkzusammenstellung (Deutschland, Österreich, Frankreich, Schweiz) zeigt der Marburger Kunstverein facettenreiche Deutungsangebote, in denen sich Künstlerinnen und Künstler heute mit den widersprüchlichen Botschaften der Schädel auseinandersetzen. Neben religiösen und philosophischen Aspekten werden in zeitgemäßer Aktualisierung des traditionsreichen Vanitas-Konzepts auch soziale und psychologische Fragestellungen verhandelt. Zwischen Ironie und tiefgründiger Bedeutung regt das uralte, immer wieder neu gesehene Vergänglichkeitssymbol zu existenziellen Reflexionen ebenso an wie zu künstlerischen Selbstgesprächen über die Frage um Sein oder Nichtsein.
Mit ihrer Auswahl von Malerei, Grafik, Plastik, Fotografie und Installation bietet die Ausstellung, kuratiert von Dr. Harald Kimpel aus Kassel, exemplarische Einblicke in die Bandbreite einer intensiven künstlerischen Praxis, in der das dauerhafte Zeichen des Vergänglichen als zentrales Thema oder als hintergründige Komponente eines Werkentwurfs zum Einsatz kommt: zeitgemäße Bildkommentare zwischen schwergewichtiger Symbolik und ironischem Zitat, drastischem Realismus und rätselhaftem Surrealismus, naturalistischem Objektstudium oder expressiver Interpretation.
Im Zentrum der Ausstellung steht die raumgreifende Installation „Das Lager“ des 1958 in Südtirol geborenen Josefh Delleg. Mit ihr lotet der heute in Göttingen lebende Künstler den Assoziationsrahmen zwischen Katakombe und Depot, Archiv und Gedenkort vieldeutig aus.
Je nach Themenschwerpunkt verdichtet Delleg in seinen Installationen Alltagsgegenstände, Fotografien, Video, Zeichnung und Druckgrafik zu präzise ausgearbeiteten (Denk-)Räumen.
Jan Czerwinski entwickelt hingegen in seinen Ölgemälden in beeindruckend realistischer Perfektion
die Tradition der Vanitasmalerei weiter. Sein besonders Interesse gilt, wie er sagt, den Dingen, die am Rande der menschlichen Erfahrbarkeit stehen oder die symbolhaft dafür eingesetzt werden. Der Schädelknochen als symbolträchtiger Ort, an dem äusseres und inneres Erleben aufeinandertreffen, ist „der Rand, über den wir nicht hinwegsehen können, der aber genau deshalb so viel Projektionsfläche für Wünsche und Ängste bietet.“ ( J. Czerwinski)
Teilnehmende Künstler: Lindsay Compton (Berlin), Jan Czerwinski (Uster, CH), Josefh Delleg (Göttingen), Paul Depprich (Seeheim-Jugenheim), Jan Dörre (Leipzig), Otto Fischer (Kassel), FRANEK (Berlin), Olivier Heinry (Laval, F), Ralf Kerbach (Dresden), Erich Lindenberg (Erich Lindenberg Kunststiftung, Porza, CH), H. Sebastian Pless (Halle), Norbert Pümpel (Götzis, A),Peter Riek (Heilbronn), Stefan S. Schmidt (Marburg), Volker Stelzmann (Berlin), Christian Stock (Wien, A), Bernd Zimmer (Polling).
Begleitend zur Ausstellung erscheint eine gleichnamige Publikation im Marburger Jonas Verlag, herausgegeben von Dr. Harald Kimpel. Sie erweitert das Ausstellungsthema und stellt die Exponate in einen übergreifenden kulturgeschichtlichen Zusammenhang.
Die Vernissage der Ausstellung „Hamlet Syndrom: Schädelstätten“ findet am Freitag, 23. September 2011, um 18.00 Uhr im Marburger Kunstverein statt. Annette Müller vom Hessischen Landestheater Marburg trägt zur Eröffnung einen Hamlet-Monolog vor.
Wie gewohnt führt die Kunsthistorikerin Antje Galensa jeden Samstag um 16 Uhr durch die Ausstellung. Die Teilnahme an den Führungen ist kostenfrei.
Marburger Kunstverein
Gerhard-Jahn-Platz 5
35037 Marburg
Tel. 06421-25882
Fax 06421-917968
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Öffnungszeiten
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Mi 11-20 Uhr