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Ausstellung

Volker Stelzmann – Passagen, Malerei und Grafik – Ausstellung in Berlin

Volker Stelzmann – Passagen, Malerei und Grafik
„Stelzmann interessierten nie gesellschaftliche Zusammenhänge, nicht Ursache und Wirkung. Ihn bewegt auf vielfach exaltierte Weise der Mensch selber – der Täter und das Opfer und die vielen Statisten. Dabei machte er sich die Maxime von Dix zu eigen, dass Künstler nicht bessern und belehren, sondern radikal bezeugen sollen, ja dass sie die „Sünde“ nicht verstehen und darstellen können, wenn sie diese nicht selbst begangen haben.“ schrieb Eduard Beaucamp in der bei den POLLeditionen erschienenen Monographie über den Altmeister der Leipziger Schule (Volker Stelzmann – Versuchsanordnungen. Berlin, 2007).
Seine „Passagen“ zeigen ein Mosaik von Typen und skurrilen Gestalten auf der Bühne des Großstadtlebens. In virtuosen Figurenkompositionen und durch den Einsatz theatralischer Lichteffekte setzt Stelzmann den Körper als Ausdrucks- und Leidensträger in Szene. Seine Figuren stehen dicht gedrängt, doch ihre Blicke sind selten aufeinander gerichtet und nehmen einander kaum wahr; sie erwecken den Eindruck, beziehungslos zu sein und in sich selbst zu ruhen. Dennoch gelingt es Stelzmann, die Figuren räumlich eng miteinander zu verknüpfen und durch ihre Bewegungen, Körperhaltungen und nicht zuletzt durch geschickte Farbkomposition einen festen Bildzusammenhang zu schaffen. Aufwändige Kostümierung, von markantem Kopfschmuck über Nietengürtel bis zum High-Heel und ein steter Hauch von Lasterhaftigkeit sind kennzeichnend für seine Straßenszenen. Neben den „Passagen“ werden auch Stelzmanns Stilleben und Zeichnungen ausgestellt, so dass zwei Elemente des menschlichen Lebens – die grell-bunte Szenerie des gesellschaftlichen Lebens, aber auch die mentale Sphäre, die Rückzugsgebiete in beziehungsreichen Stilleben und feinsinnigen Allegorien gezeigt werden.

Der Künstler wurde 1940 in Dresden geboren, zog aber schon 1948 nach Leipzig. Nach einer abgeschlossenen Ausbildung zum Feinmechaniker und dreijähriger Arbeit im erlernten Beruf (1957-63) studierte er von 1963-68 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig. Er arbeitete nach seinem Studium zunächst freischaffend und nahm 1975 eine Lehrtätigkeit an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) Leipzig auf, die 1982 in eine Professur mündete. 1986 siedelte er nach West-Berlin über und war von 1987-1988 Gastprofessor an der Städelschule in Frankfurt am Main. Anschließend nahm er eine Professur für Malerei an der Universität der Künste (UdK) Berlin auf, die 2006 endete. Volker Stelzmann lebt und arbeitet in Berlin.

Künstler

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