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Ausstellung

Ola Kolehmainen – Geometric Light. In einer Installation von Sauerbruch Hutton. – Ausstellung in Berlin

Ola Kolehmainen – Geometric Light. In einer Installation von Sauerbruch Hutton.
Der finnische Künstler Ola Kolehmainen
(*1964, lebt und arbeitet in Berlin)
begibt sich in seinem fotografischen
Werk auf die Spuren großer Architekten.
Bauwerke der europäischen Moderne von
Alvar Aalto, Mies van der Rohe, Frank
Gehry, Sauerbruch Hutton aber auch
sakrale Bauwerke der Kunstgeschichte,
wie die Hagia Sophia oder Moscheen von
Mimar Sinan aus dem 16. Jahrhundert,
dienen ihm als Ausgangspunkt seiner
Reflektionen.

Zunächst waren es geometrische Raster
von Fassadenoberflächen,
Deckengestaltungen oder spiegelnde
Fensteröffnungen, die Kolehmainen an den
gewählten Inkunabeln der Baugeschichte
reizten. Dort wo die Natur als
Reflektion auf Architektur trifft,
beginnt sein minimalistisches,
ästhetisches Werk, das in den 2000er
Jahren stark von James Turell und Carl
Andree beeinflusst war. Sowohl aus der
Struktur, als auch aus der Farbigkeit,
sowie der Baugeschichte und den
spezifischen Lichtverhältnissen
extrahiert der Künstler seine
spezifischen Aussagen über Architektur
und Raum, Stille, Schönheit und
Harmonie.

Nach langwierigen Arbeitsprozessen, in
denen Kolehmainen die Vita des
Architekten, die Rolle des spezifischen
Gebäudes in dessen Werk sowie der
Wirkung auf andere Architekten genau
studiert hat, löst er seine
fotografische Arbeit von dem Vorbild
selbst und findet zu übergeordneten
Ergebnissen, hinter denen die Frage
steht: Was sehen wir? Was sieht die
Kamera? Was ist wirklich? Seine
Reduktionen führen zu menschenleeren
Bildern voll Ruhe und Eleganz.

Im Frühjahr 2013 unternahm Kolehmainen
eine Arbeitsreise nach Spanien. Aus
diesem Anlass hat er seine Dialoge mit
der Architektur im städtischen Umfeld um
neue Perspektiven erweitert. Nicht mehr
allein die Fassaden, sondern Licht und
Schlagschatten in Gebäudeinnenräumen
spielen von nun an eine entscheidende
Rolle. Technisch schichtet der Künstler
Negative und komponiert sie zu stark
abstrahierten Originalen, die sich aus
geometrischen, farbigen
Lichterscheinungen aufbauen und eine
stark malerische Wirkung entfalten.
Diese jüngsten Serien, die u.a. der
Ausstellung ihren Titel „Geometric
Light“ gibt, erinnert an
konstruktivistische Aquarelle von Paul
Klee oder Gemälde von Frantisek Kupka,
aber auch an transparente Objekte von
Naum Gabo.

Bereits in seinen früheren Arbeiten
reduziert Kolehmainen Gebäude auf ihre
ornamentalen Charakter. In den jüngeren
Bildern kommt nun jedoch eine deutlich
erzählerische Komponente hinzu. Etwa in
der Serie zur Hagia Sophia. Das
frühmittelalterliche Gebäude aus dem 6.
Jahrhundert n.Chr. von namenloser Hand,
ist mit seinen goldenen Mosaiken und
additiven Kuppeln einzigartig in seiner
Zeit. Kolehmainen interessiert sowohl
der überwältigende Lichteinfall im
überdimensionalen Gebäude, als auch
Gegenstände wie Baugerüste oder
Leuchter, die er bewusst in seine
Kompositionen einbezieht. Auch in diesen
Werkserien reduziert Kolehmainen Aspekte
der Gebäude, bis er zu einer abstrakten
Grundaussage. Durch die Multiplikation
mehrerer Perspektiven in einem Bild
konstruiert er verstörend schöne
Ansichten voll Ruhe und Erhabenheit.

Anlässlich der Ausstellung im Haus am
Waldsee haben die Architekten Matthias
Sauerbruch und Louisa Hutton ein
Farbkonzept entwickelt, das im
Erdgeschoss des Hauses einen
spektakulären Dialog mit den Arbeiten
von Kolehmainen aufnimmt. „Geometric
Light“ ist Ola Kolehmainens erste
institutionelle Einzelausstellung in
Berlin. Im Anschluss wird sie im PM in
London zu sehen sein.

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