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Nachbericht Jubiläumsauktion September 13
Die Asiatische Kunst startete am ersten der zwei Auktionstage fulminant mit einer Gruppe von Gandhara-Skulpturen aus einer alten europäischen Privatsammlung. Das Titellos – eine monumentale Figur des ‚Bodhisattva Avalokiteshvara‘ in sitzender Pose – erzielte spektakuläre 95.000 € und wandert nun in den Besitz eines New Yorker Galeristen (77359). Dicht gefolgt wurde dieses Ergebnis von einem seltenen Gandhara-Kopf des sog. ‚Fasten-Buddhas‘, der nach engagiertem Bietergefecht im Saal schließlich für glänzende 66.000 € zugeschlagen wurde.
Weiter ging es auf der Reise durch die asiatischen Kulturen mit der chinesischen Kunst: Ein Bronze-Deckelgefäß ‚LIAN‘ mit außergewöhnlich feiner Reliefarbeit wurde für 15.000 € an einen süddeutschen Privatsammler verkauft (77374). Ebenfalls 15.000 € erzielte eine Kangxi-Flaschenvase mit Lambrequin-Dekor, die nun die weite Heimreise in ihr Ursprungsland antreten wird (76898). Bei der Jade verstetigte sich der Trend zu außergewöhnlichen und künstlerisch anspruchsvollen Schnitzarbeiten: Die große Doppelkürbis-Kanne aus reiner cremefarbener Jade und mit poetischer Inschrift war einem chinesischen Sammler 28.000 € wert.
Zu einem überraschenden Höhepunkt der Jubiläumsauktion bei Stahl wurde Alexander Gierymskis „Kaufmann von Venedig“. Der Preis für die Studie zu einem verschollenen Hauptwerk des Künstlers stieg in einem hitzigen Bietgefecht auf sensationelle 110.000 €; ein bedeutendes polnisches Museum unterlag der Übermacht der internationalen Sammler (76517). In der starken Altmeisterabteilung erzielte eine sehr großformatige Winterlandschaft eines niederländischen Meisters des 17. Jhs 33.000 €. Auf internationales Preisniveau stieg auch eine mit 2.500 € günstig angesetzte Darstellung eines Maori bei einem Wasserfall, das Stahl William Hodges zuschrieb. Ein neuseeländischer Sammler bewilligte 14.000 € für das kleine Gemälde (77342). Ein großes norddeutsches Museum sicherte sich die Portrait-Pendants mit dem Selbstportrait Friedrich Carl Grögers und seines Freundes Heinrich Jacob Aldenrath für 24.000 €.
Selbst für das im Segment der norddeutschen Malerei traditionell starke Auktionshaus Stahl gab es erfreulich viele Spitzenzuschlage: Eine Kieler Vorstadt im Winter von Hans Olde d.Ä. wurde für 16.000 € verkauft, eine Bille-Landschaft von Ernst Eitner brachte 10.000 € und Eitners frühes Hauptwerk „Sommerimpression mit Angler“ geht gar für 24.000 € in eine neue Sammlung (77467). Otto Heinrich Engels „Flensburger Förde“ konnte für 12.000 € zugeschlagen werden.
Unter der zeitgenössischen Malerei überraschte der Kölner Josta Stapper, dessen „Knabe in der Kerze“ 9.000 € erzielte.
11.000 € brachte ein außergewöhnlicher Porzellan-Schrank mit Watteau-Szenen, den sich ein deutscher Privatsammler für sein Anwesen sicherte (76874). Wortwörtlich glänzende Aussichten auch beim Schmuck: Bei dem Goldarmreif aus dem Besitz Kaiser Wilhelms II. und der Prinzessin Hermine Reuss fiel der Hammer bei 10.000 € (76913). Zwei hochwertige Schmuck-Paruren aus der Werkstatt des bekannten Juweliers Hemmerle konnten nach hitzigem Schlagabtausch schließlich einem überglücklichen Telefonbieter zugeschlagen werden (13.000 und 11.000 €). Weitere Spitzenlose unter den Juwelen waren ein herzförmiger Diamant-Anhänger (23.000 €, 77654) und ein extravaganter Diamant-Armreif (20.000 €). Beim europäischen Porzellan reüssierte eine alte Meissner Sake-Flasche für 11.000 €. Regelrecht sprachlos nahm der Saal den Zuschlag für eine moderne Deckelvase von Archimede Seguso zur Kenntnis, bei dem ein US-amerikanischer Telefonbieter die Saalbieter mit 10.000 € weit hinter sich ließ. Internationales Potential bewies auch die außergewöhnlich große Art-Déco-Figur ‚Ägyptische Tänzerin‘ von Démetre Chiparus, die für 16.500 € an einen russischen Sammler ging (77031).