Diese Veranstaltung ist bereits beendet.
Zum nunmehr neunten Mal wurde der Wettbewerb »Linolschnitt heute« von der Stadt Bietigheim-Bissingen ausgeschrieben. Der 1989 gestiftete Preis hat sich längst zu einem der wichtigsten internationalen Grafikauszeichnungen entwickelt. In dreijährigem Turnus mit Preisgeldern von insgesamt 10.000 € und zusätzlichen Juryankäufen fördert die Stadt zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler, die sich entweder schon lange mit dem Linolschnitt auseinandersetzen oder sich erst seit kurzem für diese traditionsreiche Technik begeistern. Seit Anbeginn unterstützen die Deutschen Linoleumwerke, heute Armstrong DLW GmbH, den Wettbewerb – so auch dieses Jahr, in dem das Material Linoleum zudem seinen 150. Geburtstag feiert. Durch Zufall entdeckte der englische Chemiker Sir Frederick Walton 1863, dass sich aus Leinöl, Korkmehl und Harzen ein Fußbodenbelag herstellen lässt. Die Bestandteile von Linoleum haben sich seither nicht verändert. Mit seiner industriellen Produktion wurde es Anfang des 20. Jahrhunderts zum wichtigen Bestandteil der zeitgenössischen Architektur: Bruno Taut, Henry van de Velde, Peter Behrens, Mies van der Rohe und Walter Gropius haben den Bodenbelag außerordentlich geschätzt wie auch mitgestaltet.
Seit der Klassischen Moderne haben sich bildende Künstlerinnen und Künstler das Linoleum zu Nutze gemacht, darunter Gabriele Münter, August Macke, Christian Rohlfs, Henri Matisse, Marc Chagall und nicht zuletzt Pablo Picasso, der mit dieser Hochdrucktechnik außergewöhnliche Werke schuf. Auch dieses Mal bewarben sich wieder über 500 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt um den Grafikpreis »Linolschnitt heute IX«. Nach einer Vorauswahl anhand eingereichter Fotos, wurden 105 Teilnehmer aus 25 Ländern eingeladen, ihre Werke im Original einzusenden. Die fünfköpfige Jury nahm dann alle eingereichten Arbeiten in Augenschein, sie diskutierte, sortierte, debattierte – bis schließlich die drei Preisträger feststanden. Ihre Werke werden nun zusammen mit 42 weiteren ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern in der Ausstellung präsentiert. So bietet sich den Besuchern ein repräsentativer Einblick in den aktuellen künstlerischen Linolschnitt – darunter viele bekannte Namen wie auch Neuentdeckungen aus ganz Europa bis nach China und Australien. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Ausstellungseröffnung am 19. Juli statt.
Begleitprogramm
Öffentliche Führungen
Donnerstag, 1. August, 18.30 Uhr
Sonntag, 8. September, 11.30 Uhr
Sonntag, 22. September, 11.30 Uhr
Sonntag, 6. Oktober, 11.30 Uhr
Führung für Lehrkräfte
Montag, 16. September, 17 Uhr
Workshops für Lehrkräfte
mit dem Künstler Robert Würth
für Grundschulen/Unterstufen: einfaches Drucken mit Styropor, Pappe, Linoleum
Samstag, 17. August, 13–17 Uhr
für weiterführende Schulen: Grundlagen und Experimente mit Linoleum
Samstag, 31. August, 13–17 Uhr
pro Termin 29 € zzgl. Material, Anmeldung unter: 07142 74-483
Wie würden Sie entscheiden?
Ausstellungsrundgang mit Diskussion: Was ist gute Kunst? Welche Kriterien bestimmen eine Jurysitzung? Und welche Künstler hätten Sie als Preisträger gewählt?
Mit Dr. Isabell Schenk-Weininger und Dr. Petra Lanfermann
Donnerstag, 15. August, 18.30 Uhr
Italienisch im Museum
mit Katrin Held
3 x mittwochs: 18. und 25. September, 2. Oktober, jeweils 14–15.30 Uhr
Grundkenntnisse erforderlich
Anmeldungen bei Schiller-VHS (für Kurs 13B 463006) unter: 07141 144-1666
Workshops für Erwachsene
mit dem Künstler Robert Würth
Abenteuer Linolschnitt
Grundlagen und Möglichkeiten: Samstag, 27. Juli, 13–17 Uhr
Mehrfarbendrucke, Farblinolschnitt: Samstag, 24. August, 13–17 Uhr
Experimente, Schablonen, Material-, Puzzle-, Textildruck: Samstag, 21. September, 13–17 Uhr
pro Termin 29 € zzgl. Material, Anmeldung unter: 07142 74-483
Sommerferienworkshops für Kinder
Drucken nach Lust und Laune
Mittwoch, 31. Juli und Donnerstag, 1. August, jeweils 14–17 Uhr
für Kinder von 8 bis 12 Jahren
Vom Abdruck zum Druck
Mittwoch bis Freitag, 4. bis 6. September, jeweils 14.30–17.30 Uhr
für Kinder von 5 bis 8 Jahren
Anmeldung unter: 07142 74-483
Bildunterschrift:
Cees Andriessen, ohne Titel, 2012