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Drei junge deutsche Künstler schließen ihr Kunststudium in London mit einem Master Degree ab. Das ist noch keine wirkliche Gemeinsamkeit, aber warum entwickeln all drei eine außerordentliche Vorliebe für das Abseitige, das Geheimnisvolle?
Wieland Payers Kunst entspringt einer Synthese von Science Fiction, Surrealismus und romantischer Wahrnehmung. Die atmosphärische Dichte und künstlerische Perfektion seiner Serien „Im Hercynischen Wald“ und „Bondasca“ verweist auf Carl Blechen, ihre metaphysische Qualität auf Caspar David Friedrich. Zugleich ist Payer leidenschaftlicher Konsument fiktionaler Epen von Lem, Strugazki und Tarkowski. Seine brillanten Drucke und Zeichnungen bilden entlegene Gebiete mit merkwürdigen Kulturen ab.
Claas Gutsche hat „...die romantische Geisterseligkeit, das raffinierte Spiel mit dem Sichtbaren und Unsichtbaren in die unmittelbare Gegenwart der zeitgenössischen Mediengesellschaft und ihrer bildlichen Ungeheuerlichkeiten überführt. Seine großformatigen Linolschnitte, die nicht selten den Charakter von Nachstücken annehmen, sind subtile Beobachtungen am Rande des Sagbaren. Sie setzen die Orte des Unsagbaren bzw. Unsäglichen in eine faszinierende Szenerie des Gegenlichts, deren Prospekte ebenso Abbilder von Orten des Schreckens wie Close-Ups auf das Periphere der menschlichen Kultursphäre sein können. In ihrer ästhetischen Anmutung verschmelzen fotografischer Charakter und das harte grafische Schwarz-Weiß zu subtilen Nuancierungen zwischen Tag und Nacht.“ (Ralf F. Hartmann)
Maria von Thurn und Taxis schreibt: „Mich faszinieren Spannungen, die aus der conditio humana resultieren – aus Fragen von Leben und Tod, Schmerz und Glück. Meist bleiben diese Fragen offen. Meine Malerei geht über Ratio und intellektuelle Analyse hinaus und beantwortet sie emotional.
Was sich der Beschreibung entzieht, kann Farbe darstellen. Auf diesem Wege erforsche ich die Grenzen des Sichtbaren. Meine Malerei nutzt das Spiel von Figuration und Abstraktion, die Gegensätze von Komik und Gefahr, den Einsatz starker Farben auf vielschichtigen, vieldeutigen Hintergründen zum Aufbau einer Spannung zwischen Vertrautem und Unheimlichem.
Maria von Thurn und Taxis (*1980 in Regensburg) studierte an der American University in Paris, der London Film Academy, dem Camberwell College of Art, dem Chelsea College of Art and Design und erwarb ihren Master an der City and Guilds of London Art School.
Wieland Payer (*1981 in Erfurt) studierte an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein Halle, der Accademia di Belle Arti Rom und erwarb seinen Master am Royal College of Art in London. 2011 erhielt er den Jürgen-Ponto-Preis.
Claas Gutsche (*1982 in Blankenburg im Harz) studierte an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein Halle, der University of Brighton und erwarb seinen Master am Royal College of Art in London.
Abbildung: Maria von Thurn und Taxis, Sand Person, 2011, oil on canvas, 38 x 46 cm