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Papier als Pulp, handgeschöpft, aus Japan importiert, als Pappe oder Karton oder einfach Papier, weiß, gefärbt oder bedruckt, ist ein eigenständiges und vielfach verwendetes Medium der zeitgenössischen Kunst. Es kann geformt, gewalzt, geschnitten oder gerissen sein. Wie kreativ und vielfältig neun Künstler aus ganz Deutschland und der Schweiz Papier in ihrem Schaffensprozess einsetzen, beweisen sie im Marburger Kunstverein vom 26. Oktober bis 13. Dezember 2012.
Angela Glajcar (Nieder-Olm) realisiert aus gerissenen, weißen Papieren raumgreifende Skulpturen. Es sind Kuben aus senkrecht hängenden Papieren, deren gerissene Löcher tiefe Höhlen ergeben. An rostige Stahlkonstruktionen erinnern die filigranen Formen der gerissenen Ölpapiere von Tilmann Zahn (Basel). Durch Rollen, Falten oder Reißen von bedrucktem "Altpapier" entstehen die Skulpturen von Valérie Buess (Marburg). Ihre Formen entstammen einer organischen Welt wie auch die von Alexandra Deutsch (Wiesbaden). Aus geschöpftem Papier formt sie fragile Objekte von raumgreifender Plastizität, die sie mit flüssiger Beize und schwach gebundenen Farbpigmenten bemalt. Reinhard Wöllmers (Nürnberg) gewölbte Hohlkörper bestehen aus durchgefärbtem Papierpulp, der von ihm „planiert“, geformt und geschnitten wurde. Seine Objekte zeichnen sich durch geometrische Exaktheit und reine Farben aus. Wände und Decke besetzen Barbara Isabella Bauer-Heuslers (Marburg) Skulpturen aus Wellpappe, obwohl streng abstrakt und sehr reduziert erinnern ihre Formen an Schwärme von Insekten oder Meerestieren. Esther Glück (Berlin) schneidet Naturszenarien und Akte als Negativform in weißes Papier. Ihre hauchfeinen Papierschnitte stehen einem großformatigen Schattenriss ¬– geschnitten aus schwarzem Papier – von Katharina Meister (Karlsruhe und Margaret River, Western Australia) gegenüber. Wie schwerelos schweben Silvia Schreibers (München) überlebensgroße Figuren aus Japanpapier im Raum. Sie erscheinen als fragile Hüllen, sind monochrom und unterliegen einer bewussten Reduktion.
Die Vernissage der Gruppenausstellung „just paper“ findet am Freitag, 26. Oktober, um 18 Uhr im Marburger Kunstverein statt. Wir würden uns sehr freuen, Sie zu diesem Anlass begrüßen zu dürfen. Zur Eröffnung spricht Cornelia Wichtendahl, Berlin. Zudem findet am Mittwoch, 24. Oktober, um 11 Uhr ein Pressegespräch im Marburger Kunstverein in Anwesenheit der am Aufbau beteiligten Künstler statt. Auch dazu sind Sie recht herzlich eingeladen.