Diese Veranstaltung ist bereits beendet.
H13 2009 – NIEDEROESTERREICH PREIS FÜR PERFORMANCE
03. September 2009: Performance, Preisverleihung und Konzerte
19H: Performance von kozek hörlonski – Kompositum I / Hobagoaß
Anschließend Feier mit Konzerten im Innenhof: Crazy Bitch in a Cave / HK119 / DJ Gloria Gloom
Der diesjährige H13 2009 – Niederoesterreich Preis für Performance – ausgeschrieben vom Kunstraum Niederoesterreich – wird an kozek hörlonski vergeben. Thomas Hörl und Peter Kozek arbeiten seit 2003 als Duo. Ihre eigens für den Kunstraum Niederoesterreich konzipierte Performance „Kompositum I / Hobagoaß“ wurde einstimmig von der Jury, bestehend aus Silvia Eiblmayr (Kuratorin und Kommissärin der Biennale Venedig 2009), Wolfgang Gantner und Florian Reither von der Künstlergruppe gelitin, Christiane Krejs und Verena Kaspar-Eisert (beide Kunstraum Niederoesterreich), zur Siegerperformance gewählt.
Als performative Rauminstallationen oder permanente Raumskulpturen bezeichnen kozek hörlonski ihre Arbeiten. Formal und inhaltlich bilden dabei sowohl die Grammatik des bespielten Raums als auch die wahrgenommene Zeit konstituierende Momente. Oftmals spielt Licht als raum- und zeitbeschreibendes Medium hierbei eine wesentliche Rolle, macht Unsichtbares sichtbar oder Sichtbares unsichtbar. Durch Wiederholung von Handlungsabläufen erleben die BesucherInnen eine durchdringende Langsamkeit, durch das Changieren zwischen Bewegung und Stillstand einen Zustand der Zeitlosigkeit.
Kompositum I / Hobagoaß
Hauptfigur ihrer eigens für den Kunstraum Niederoesterreich geschaffenen Performance ist die Gestalt der Hobagoaß, eine Art Zwitterwesen aus dem männlichen Ziegenbock (Hoba) und der Ziege (Goaß), die bei winterlichen Maskenumzügen des ländlichen Brauchtums ihr Unwesen treibt. Dort verbreitet sie Chaos, verspritzt Dreck und anderes, während paradoxerweise die Drohung mit dem Bäuche aufschlitzenden Kinderschreck im trauten Heim für häusliche Reinlichkeit und Ordnung sorgt. In ihrer Gegensätzlichkeit – männlich/weiblich, Schreckgestalt/Fruchtbarkeitssymbol, Mensch/Tier – wird die Hobagoaß zur Folklore-Entsprechung für die Offenheit und Vieldeutigkeit performativer Arbeit an sich; konsequenterweise übernimmt sie in kozek hörlonskis überdimensionalem Stubenspiel im Kunstraum Niederoesterreich auch Vorbildfunktion für die Performer selbst.
Den begrenzten Möglichkeiten einer zeitüberdauernden Manifestation von Performance begegnen kozek hörlonski durch die großteils flächendeckende Installation rautenförmiger Tafeln, wie sie auch aus dem ländlichen Brauchtum als Bildträger bekannt sind und auf denen die Hobagoaß ihre Spuren hinterlässt. Anders als bei den meisten bisherigen performativen Arbeiten der beiden Künstler bestimmt bei Kompositum I / Hobagoaß die Einmaligkeit des performativen Aktes – einem Umzug oder Aufmarsch gleich – die Dramaturgie.
Nach der Aufführung der Siegerperformance wird der mit € 2.000 dotierte Kunstpreis H13 2009 an kozek hörlonski übergeben.
Im Anschluss an die Performance gibt es im Innenhof Konzerte mit folgendem Line Up:
– Crazy Bitch in a Cave (www.myspace.com/crazybitchinacave)
R’n’B durch den Schredder gejagt, Glamour auf den Kopf gestellt, und das alles mit der liebevollen Hingabe des Selbstgebastelten: Das Einpersonen-Unternehmen Crazy Bitch in a Cave, kurz CBC, lässt in exaltierten Bühnenshows, die Haare und die Begrifflichkeiten fliegen.
– HK119 (www.myspace.com/hk119)
HK119 ist das Solo Projekt der Finnin Heidi Kilpelainen – der multitalentierten Writer-Singer-Producerin und bildendenden Künstlerin mit Abschluss am Londoner St. Martin´s College und laut Björk im Q-Magazine „the perfect blond woman“.
“Elegant and immensely absorbing electronic pop … amazing … you'll enjoy if you listen to Goldfrapp, Chungking, Roisin, Ladytron.” (PopJustice)
– DJ Gloria Gloom
Bild 1: © kozek hörlonski, Kompositum I / Hobagoaß, 2009