Diese Veranstaltung ist bereits beendet.
Tulpen, Flieder, Goldregen und Anthurie sind nur eine kleine Auswahl der zahlreichen Blumenarten, die das Sujet der aktuellen Malerei Peter Schmersals bestimmen, mit der die Galerie Karsten Greve ihre nächste Ausstellung am 16. Januar 2009 eröffnet.
Bereits seit mehr als 20 Jahren gehören Blumenstillleben neben Porträts, Landschafts- und Aktdarstellungen zum Oeuvre Peter Schmersals. In unmittelbarer Gegenüberstellung mit dem Motiv übersetzt er das Beobachtete in die Malerei, indem er die Blumen meist vereinfacht unter Verwendung eines pastosen Farbauftrages und eines ausgeprägten Pinselduktus auf die Leinwand überträgt. Der dicke Farbauftrag macht Schmersals spontane Pinselstriche plastisch sichtbar und verleiht den Blumendarstellungen eine besondere Lebendigkeit, Intensität und Unmittelbarkeit, die er weiter dadurch steigert, indem er die Striche teilweise rhythmisiert und in Wellenlinien, Kreisen oder Spiralen anordnet. Oftmals wählt Schmersal einen ungewöhnlichen Bildausschnitt und irritierende Perspektiven, welche die Wahrnehmung des Betrachters herausfordern und das gewohnte alltägliche Motiv in einem neuen Licht erscheinen lassen.
Während Schmersals florale Darstellungen sowohl in Bezug auf die Stofflichkeit als auch hinsichtlich der Farbigkeit eine große Wirklichkeitsnähe aufweisen, lässt sich in den jüngst entstandenen Werken eine zunehmende Reduktion der Bildsprache sowie eine deutliche Hinwendung zur Abstraktion beobachten, die sich insbesondere im Bildaufbau äußert. Dieser folgt einem geometrischen Grundmuster im Hintergrund, dem das weiterhin naturalistisch gemalte Blütenmotiv vorgeblendet ist. So besteht der Hintergrund der Arbeit Kastanie-Iris aus vier rechteckigen, verschieden farbigen Feldern, vor dem sich zwei Äste diagonal kreuzen. Im Werk Flieder setzt er die zarten und verspielten lilafarbenen Blüten in Kontrast mit den in zwei Bahnen horizontal angeordneten Streifen in leuchtendem Pink und Rot. Einen ähnlichen Bildaufbau weist auch die Arbeit Anthurie auf, in der Peter Schmersal den Hintergrund vertikal in zwei verschieden farbige Hälften teilt. Vor der Mittelachse scheinen Blüten der Anthurie zu schweben, fünf untereinander angeordnete Blüten ohne Stiel, welche die Fallbewegung zu imitieren scheinen. Das Verhältnis zwischen Vorder- und Hintergrund wird hier durch einen erstmaligen Einsatz der Sprühtechnik ausgelotet, die eine gewisse Unschärfe ins Bild bringt und mit den deutlich konturierten Blüten im Vordergrund kontrastiert, was schließlich zu einer surrealen Anmutung führt.
Peter Schmersal wurde 1952 in Wuppertal geboren. Die Galerie Karsten Greve präsentierte seine Werke zum ersten Mal in der Ausstellung von 1990. Der Künstler ist international durch Ausstellungen im In- und Ausland bekannt geworden. Mehrsprachige Kataloge sind 1990 und 1999 erschienen. Der Künstler lebt und arbeitet in Wuppertal und Berlin.