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Der 1961 geborene und in New York lebende Maler Dirk Skreber, dessen Werk bisher erst einmal in einer institutionellen Einzelausstellung im Freiburger Kunstverein gewürdigt worden ist – und zwar von der Schweizerin und heutigen Künstlerischen Leiterin des Hauses Konkret in Zürich, Dorothea Strauss – liebt Blickwinkel, die nicht dem Gewohnten entsprechen.
Der Maler nimmt sich den Katastrophen der Gegenwart an, darunter Hurricane, Überschwemmungen sowie andere Tatorte. Das häufigste Thema ist aber der Autounfall. Dabei orientiert sich Dirk Skreber an fotografischen Vorlagen, die er in einem malerischen Prozess auf ihre wesentlichen Elemente reduziert. Grosse, querformatige Bilder zeigen um Strassenlaternen oder Leitplanken gewickelte Autos, die kaum noch als bestimmte Autotypen erkennbar sind und eigentlich aufgehört haben, Automobile zu sein, nachdem sie in völliger Zerstörung endeten.
Seine grotesken Gemälde sind menschenleer und selbst Autocrashs oder Überschwemmungen gewinnen die ästhetische Qualität von Stillleben.
Ein Alptraum sind die um 2000 entstehenden Hochwasserbilder, in denen Skreber eine melancholische Ruhe dominieren lässt. Aus der Hubschrauber-Perspektive werden überflutete unbewohnbare weite Landschaften mit einsamen Häusern betrachtet, die trotz allen Unglücks voller Schönheit sind. Bei gleichzeitiger Trauer bleibt zu fragen: Was ist so faszinierend für uns an Katastrophen? Die sogenannten Reifenbilder zählen zu Skrebers jüngster Werkgruppe. Im Gegensatz zu seinen Crash- oder Flutbildern schildern sie den Moment unmittelbar nach der Katastrophe, denn Autoräder und Radachsen wirbeln noch vollkommen dynamisiert durch die Luft, wirken wie aggressive Monsterreifen, die sich zum Angriff formieren und uns das Gruseln lehren.
Wir zeigen diesen Sommer die Katastrophenbilder, fulminante Großformate sowie eine aufwendige und raumfüllende Installation.