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Die hallesche Malerei der Nachkriegsjahre nach 1945 profitierte von einem offenen geistig-kulturellen Klima, in dem die Gründung einer privaten Galerie noch möglich war.
Bereits 1947 gründete Eduard Henning seine Galerie in Halle. In wechselnden Ausstellungen zeigte er internationale und – nach hohen Qualitätsmaßstäben ausgewählte – regionale Kunst. Junge hallesche Maler waren bei ihm ebenso vertreten wie jene, deren Werke bis 1945 als »entartet« verfemt und aus öffentlichen Sammlungen verbannt waren.
Der Galerist Henning zeichnete sich aber nicht nur durch ein feines Gespür für künstlerische Qualität aus; er besaß ebenso ein außerordentliches Talent bei der Beschaffung künstlerischer Arbeitsmaterialien, die gerade in den Nachkriegsjahren rar und teuer waren. Er versorgte die mittellosen Maler mit Malpappen, die ursprünglich für die Herstellung von Pappbechern für die MITROPA der Deutschen Bahn gedacht waren. Darauf entstanden die unterschiedlichsten Arbeiten: gegenständliche und abstrakte Bilder, experimentelle Serien, aber auch meisterhafte Einzelwerke, die mittlerweile von hohem musealen Wert sind.
In der Ausstellung werden nun erstmals Arbeiten von Hermann Bachmann, Kurt Bunge, Herbert Kitzel, Ulrich Knispel, Otto Möhwald, Werner Rataiczyk, Tom Reichelt, Fritz Rübbert, Jochen Seidel und Willi Sitte zu sehen sein, die bislang im Verborgenen blieben und in besonderer Weise einen in Vergessenheit geratenen Kosmos der halleschen Maltradition neu aufleben und entdecken lassen.
Ausstellungsbegleitend wird ein Katalog erscheinen der erstmals kompakt gebündelt zur Geschichte wie über das Schaffen und Wirken der Galerie Henning in Halle informiert.